Menschen im Hotel

Das Wanderkino Insel-Lichtspiele e.V. unternimmt im März 2018 eine Reise durch Hotels in Wilhelmsburg und der Veddel und hat dabei
Hotelfilme im Gepäck. Im Hotel sein heißt nicht zu Hause sein. Auf der Reise oder Flucht, in geheimer Mission:
Hotels sind Schauplätze flüchtiger und manchmal intensiver Begegnungen, der Einsamkeit und des Verbrechens, aber ebenso Orte der Sehnsucht, der (heimlichen) Liebe und des (Selbst-)Vergessens – und auch Orte der Ungleichheit: Gäste, die es sich leisten können treffen auf dienende Menschen. Die „Weltreise durchs Zimmer“ (Erich Kästner) fasziniert Filmschaffende und erfreut Kinofans mit großartigen Werken, von denen wir neun zeigen werden.

Filmstart um 20:00 Uhr                                    
Einlass ab 19:30 Uhr
Eintritt 6 EUR / ermäßigt 4 EUR

Ein herzliches Dankeschön an alle
teilnehmenden Beherbergungs-
Betriebe für die Gastfreundschaft!

Das Programm als PDF

 

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LEONARDO HOTEL HAMBURG STILLHORN 
Stillhorner Weg 40 | 21109 Hamburg
2 Hotelbars • Restaurant „Senator“

Anfahrt mit dem Bus: Linie 351 ab S-Bahn Wilhelmsburg jede Stunde und zurück fährt der letzte 23:28 h • Freitag 19:11 h und Sonnabend um 19:03 h • bis Stillhorner Weg

https://www.leonardo-hotels.com/leonardo-hotel-hamburg-stillhorn

Freitag, 2. März 2018 um 20:00 Uhr

Menschen im Hotel
US 1932, R: Edmund Goulding, 113 Min.
Berlin in den goldenen 1920er Jahren: Im Grand Hotel kreuzen sich die Wege verschiedener
Persönlichkeiten. Nach dem Roman von Vicky Baum und allererster Film mit All-Star-Cast, darunter Greta Garbo und Joan Crawford. Der Film wurde am 12. April 1932 in den US-Verleih gebracht und basiert auf dem gleichnamigen Bühnenstück von Vicki Baum. Die verwickelte Handlung schildert die verwobenen Schicksale mehrerer Menschen, die sich Ende der 1920er Jahre im Grand Hotel von Berlin aufhalten und deren Lebensläufe sich während 24 Stunden immer wieder treffen und überkreuzen. Unter den Blicken von Dr. Otternschlag, der seit einer Kriegsverletzung seinen ständigen Aufenthalt im Hotel genommen hat, beginnt der Film nach einer kurzen Vorstellung der meisten Protagonisten mit dessen Bemerkung „Menschen kommen, Menschen gehen. Nie passiert etwas.“

Sonnabend, 3. März 2018 um 20:00 Uhr

Grand Budapest Hotel
UK/DE/US 2014, R: Wes Anderson, 100 Min.
Visuelles Kunstwerk und eine wunderbar absurde Geschichte mit Tilda Swinton, Jeff Goldblum, Harvey Keitel u.a. und gedreht in Görlitz. Die Handlung des Films ist in der Republik Zubrowka angesiedelt, einem nach dem polnischen Büffelgras-Wodka Żubrówka benannten fiktiven Staat „an der östlichsten Grenze des europäischen Kontinents“, „unterhalb des alpinen Sudetenwaldes“ während der Zwischenkriegszeit. Die zentrale Rolle der Handlung nimmt das titelgebende Grand Budapest Hotel ein. Das inzwischen etwas heruntergekommene, weitläufige Grand Hotel hat noch einen Rest des Glanzes der Habsburgerzeit.

Der Regisseur verwendet das Stilmittel der Rahmenerzählung auf vier Zeitebenen in fünf verschiedenen Kapiteln.

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LEONARDO HOTEL HAMBURG ELBBRÜCKEN
Sieldeich 5-7 | 20539 Hamburg
Hotelbar • Restaurant „Limerick“

https://www.leonardo-hotels.com/leonardo-hotel-hamburg-elbbruecken

Freitag, 9. März 2018 um 20:00 Uhr

Hotel New Hampshire
US/UK/CA 1984, R: Tony Richardson, 104 Min.
Die turbulente Geschichte einer Hotelierfamilie über drei Generationen. Der Film entstand nach dem Roman Das Hotel New Hampshire von John Irving aus dem Jahr 1981. Das Drehbuch stammt von Tony Richardson; die beteiligten Darsteller Jodie Foster, Nastassja Kinski und Rob Lowe nahmen zahlreiche Änderungen vor. Der Film erzählt die Geschichte der Familie Berry, die diverse Hotels in den USA und Europa führt. Er bietet eine Fülle an komischen, skurrilen wie auch tragischen Situationen und Charakteren.

 

Sonnabend, 10. März 2018 um 20:00 Uhr

Lost in Translation
US 2003, R: Sofia Coppola, 97 Min.
Ein ungleiches Paar, gespielt von Scarlett Johansson und Bill Murray, begegnet sich in einem Hotel und irrlichtert durch das nächtliche Tokio. Der alternde US-amerikanische Filmstar Bob Harris reist für eine Woche nach Tokio, um dort seine schwindende Popularität für eine Whisky-Werbung zur Verfügung zu stellen. Im selben Hotel wohnt die Amerikanerin Charlotte, die junge Ehefrau eines flippigen Boulevard-Fotografen. Dieser wurde vom Verlag der Illustrierten, bei welcher er arbeitet, für eine mehrtägige Auftragsarbeit nach Japan geschickt. Charlotte hat erst kürzlich ihr Philosophiestudium absolviert. Während ihr Mann tagsüber seiner Arbeit nachgehen muss und ihm sein hektischer Job kaum Zeit für seine Frau lässt, bleibt Charlotte allein im Hotel zurück. Um die Zeit bis zu Johns Rückkehr zu überbrücken, blättert sie in Zeitungen, unternimmt kleine Spaziergänge oder schaut einfach nur gelangweilt aus ihrem Zimmer hoch über der Stadt in die Straßenschluchten Tokios hinunter. Nachts kann sie nicht schlafen. Als sie ihren Mann einmal zu einem Treffen mit den Stars, die er fotografiert, begleitet, wird ihr bewusst, wie oberflächlich seine Welt und wie fehl am Platze sie an seiner Seite ist. So beginnt sie, an dem Sinn dieser Reise zu zweifeln, ihre Ehe in Frage zu stellen und sich der Ziellosigkeit ihres eigenen Lebens bewusst zu werden.

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URBAN HOME HOTEL
Vogelhüttendeich 73 | 21107 Hamburg
Bar mit Snacks & Getränken

https://www.urbanhome-hotel-hamburg.de/

Freitag, 16. März 2018 um 20:00 Uhr

Shining
UK/US 1980, R: Stanley Kubrick, 119 Min.
In einem eingeschneiten Hotel in den Rocky Mountains tut sich gar Fürchterliches … Laut Cinema „ein nervenzerrendes Meisterwerk, Grusel mit Grandezza: ein wahrer Meilenstein“ mit Jack Nicholson nach dem Roman von Stephen King. Das Overlook-Hotel in den Bergen von Colorado wird wie jedes Jahr den Winter über geschlossen. Nur der als Hausmeister engagierte ehemalige Lehrer Jack Torrance, der in dieser Zeit auch einen Roman schreiben möchte, und seine Familie bleiben in dem Hotel zurück.

Sonnabend, 17. März 2018 um 20:00 Uhr

Mystery Train
US/JP 1989, R: Jim Jarmusch, 113 Min.
Verschiedene Menschen verbringen eine Nacht im Hotel Arcade in Memphis, der Heimatstadt von Elvis. In drei Episoden erfährt man, wie die japanischen Touristen Jun und Mitsuko über Rock’n’Roll diskutieren (Episode „Far from Yokohama“), wie die permanent plaudernde Dee Dee, die sich eben gerade von ihrem Freund Johnny getrennt hat, mit der Italienerin Luisa, die ihren verstorbenen Mann nach Italien zurückbringen will, das Zimmer teilt (Episode „A Ghost“), und schließlich, wie Johnny mit Will und seinem vermeintlichen Schwager Charlie deprimiert die Nacht totschlägt, bis er zur Waffe greift (Episode „Lost in Space“).

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JAFFESTUDIO der INSELPENSION
Jaffestraße 12 / unter Dock 2 | 21109 Hamburg
Bar mit Snacks & Getränken

http://www.die-inselpension.de/

Freitag, 23. März 2018 um 20:00 Uhr

Chelsea Hotel
US 2008, R: Abel Ferrara, 88 Min.
Der Dokumentarfilm setzt dem legendären New Yorker Künstlerrefugium ein Denkmal. Das legendäre Chelsea-Hotel im Herzen New Yorks galt einst als unnahbarer Ort für Schriftsteller, Künstler, Musiker und Rebellen. Ursprünglich im Jahr 1883 als Appartementkomplex erbaut und bis 1902 das höchste Gebäude in New York, wurde es 1905 in ein Hotel verwandelt. Vor wenigen Jahren aber wurde es von seinen jetzigen Besitzern, einer Investorengruppe, denen die beeindruckende Historie des Hotels vollkommen gleichgültig ist, zu einem Luxushotel umgebaut. Das denkmalgeschützte Gebäude gilt als amerikanische Kultur-Ikone und ist durch die vielen Berühmtheiten bekannt geworden, die zeitweise in dem Hotel gelebt und gewirkt haben: Bob Dylan, Stanley Kubrick, Arthur Miller, Joni Mitchell, Mark Twain, Tennessee Williams, Milos Forman, Janis Joplin, Donald Sutherland, Patti Smith, Dennis Hopper, Andy Warhol, Jane Fonda, Leonard Cohen, Tom Waits, Courtney Love, Charles Bukowski, Jimi Hendrix und viele andere (von denen einige im Film auftauchen).

Sonnabend, 24. März 2018 um 20:00 Uhr

Zum Finale der Hotelfilmreihe zeigen wir zwei Filme parallel: Im Wohnzimmer Four Rooms (US 1995, R: Allison Anders, Alexandre Rockwell, Robert Rodriguez, Quentin Tarantino, 94 Min.) mit vier Hotelzimmer-Geschichten und im intimen Ambiente eines Gästezimmers die kammerspielartige Kapitalismus-Satire Zeit der Kannibalen (DE 2014, R: Johannes Naber, 93 Min.).

Four Rooms (auch unter dem deutschen Titel Silvester in fremden Betten bekannt) ist ein Episodenfilm der Regisseure Allison Anders, Alexandre Rockwell, Robert Rodriguez und Quentin Tarantino aus dem Jahr 1995.
Der Film besteht aus vier Kurzgeschichten, welche von verschiedenen Regisseuren gedreht wurden. Die Vorlage Penthouse – Der Mann aus Hollywood stammt von Roald Dahl. Die vier Episoden besitzen alle ihren eigenen Handlungsstrang, der jeweils in einem der Zimmer eines Hotels spielt. Den roten Faden, der sich durch alle Geschichten zieht, stellt der Page Ted – „The Bellhop“ (gespielt von Tim Roth) dar, der seine erste Nachtschicht am Anfang einer Silvesternacht in dem Hotel antritt. In den vier Räumen erlebt er dabei einige mehr oder weniger angenehme Abenteuer, die sich für ihn finanziell letztlich aber als recht rentabel herausstellen.

Zeit der Kannibalen ist nach Der Albaner Johannes Nabers zweiter Spielfilm.
Die stark stilisiert inszenierte, kammerspielartige Kapitalismus-Satire spielt im Milieu global agierender Wirtschaftsberater. Kritiker lobten vor allem die starken Dialoge und die konsequent reduzierte Inszenierung. Die beiden erfahrenen Unternehmensberater Öllers und Niederländer sind auf dem gesamten Globus unterwegs, um im Auftrag der Company die Gewinne ihrer Kunden in Schwellen- und Entwicklungsländern zu maximieren. Die realen Folgen ihrer Transaktionen wollen und müssen sie nicht sehen, denn ihre Geschäfte wickeln sie in den immer gleichen Räumen einer internationalen Hotelkette ab; die Ortswechsel erkennt man nur daran, dass das Hotelpersonal mal aus Chinesen, mal aus Pakistanern, mal aus Nigerianern besteht.

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